Weihnachtsdepression mit Happy End

Vera und Maya Reichert im Kinosaal

Die Klasse 13AIW besucht am 21.12.2018 den Kurzfilmtag und sieht den Dokumentarfilm „F32.2“

Wie fühlt sich eine Depression an? Wie geht man damit um, wenn eine Freundin und Kommilitonin an Depression erkrankt? Diese Fragen bilden den Ausgangspunkt des Dokumentarfilms „F32.2“, den DOK.education am 21.12.2018 in der Hochschule für Fernsehen und Film in München zeigte und den die Klasse 13 AIW im Rahmen des Deutschunterrichts zusammen mit Hr. Fischer besuchte. Die Filmstudentin Vera ist es, die in eine Depression verfällt, und ihre Kommilitonin, Filmemacherin und Freundin Annelie Boros macht Vera, ihre Krankheit und ihre Freundschaft zum Gegenstand des Filmes.

 

Über Gedanken, Gefühle und Erleben der Protagonisten erfährt der Zuschauer durch das Vorlesen von Briefen, die sich die Freundinnen geschrieben haben. Durch kreative und eindrückliche sprachliche sowie filmische Bilder entsteht tatsächlich eine Vorstellung davon, was es bedeutet, an einer Depression zu erkranken: Alles um einen herum ist wie in Watte verpackt. Das eigene Knie fühlt sich fremd an, als ob es nicht das eigene wäre. Die normale Welt ist weit weg, man gehört ihr nicht mehr an. 1000fach verstärkter Liebeskummer. Der Zuschauer kommt der erkrankten Protagonistin Vera sehr nahe. Er hofft, dass sie wieder gesund werden möge, dass der durchaus präsente Suizid ausbleibt.

 

Umso emotionaler und erleichterter reagieren Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte, als überraschenderweise nach Ende des Films diese Protagonistin selbst im Kinosaal vor ihnen steht: selbstbewusst, sympathisch, allem Anschein nach wieder genesen und lebenslustig. Die Fragen der Zuschauer beschränken sich folglich auch nicht auf Fragen nach Aufbau, Struktur und Dreh des Films, sondern spiegeln das durch den Film geweckte Interesse an der Person und deren Gefühlsleben sowie an der Krankheit Depression wider. Paradoxerweise ist es – wie auch von der Filmemacherin beabsichtigt – tatsächlich gelungen, trotz des Themas einen Film für das Leben und für die Freundschaft zu drehen.

 

Besonders hervorzuheben ist die Organisation und Moderation der Veranstaltung durch Maya Reichert, die das DOK.education-Programm verantwortet. Ihr ist es gelungen, an diesem eindrücklichen Beispiel Bewusstsein für die oft vernachlässigte Gattung des Dokumentarfilms zu schaffen und den Besuchern einen Einblick in die Hochschule für Fernsehen und Film zu geben. Vor allem aber verlässt man den Kinosaal in durchaus guter Stimmung und mit dem Gefühl, an einem nicht alltäglichen Erlebnis teilgehabt zu haben. Wie sonst ließe sich der letzte Tag vor den Weihnachtsferien besser nutzen?

 

 

S. Fischer

 

Datum der Veranstaltung: 
Freitag, 21. Dezember 2018 Uhr