Volkswirtschaftslehre (VWL)

Der Unterricht im Fach Volkswirtschaftslehre in der 12. Jahrgangsstufe (laut Stundentafel 3 Std. in der Woche) befasst sich mit den wirtschaftlichen Grundlagen unserer Gesellschaft. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich kritisch mit den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologi­schen Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen.

Aufbauend auf den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler in der fachpraktischen Ausbildung fördert eine aktuelle und praxisnahe Darstellung der Lerninhalte die Bereitschaft, wirtschaftspolitische Probleme zu diskutieren und Lösungs­vorschläge zu erarbeiten. Neben einem soliden Grundwissen vermittelt der Unterricht auch Einblick in die elementaren Denkweisen der modernen Wirtschaftswissenschaften.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben in diesem Fach Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie in die Lage versetzen, ökonomische und soziale Erscheinungen sowie Informationen zu analysieren, zu strukturieren und zu bewerten. Ihnen soll bewusst werden, wie sehr unser Leben von volkswirtschaftlichen Einflüssen bestimmt wird. Sie werden erkennen, dass eine funktionierende Wirtschaftsordnung das Wissen um volkswirtschaftliche Zusammenhänge voraussetzt, dass aber Aussagen über zukünftige Entwicklungen nur eingeschränkt möglich sind.

Bei der Auseinandersetzung mit volkswirtschaftlichen Sachverhalten, bei der Beschaffung notwendiger Informationen und bei der Abwägung sich ergebender unterschiedlicher Standpunkte werden die Schülerinnen und Schüler feststellen, dass im Mittelpunkt der Volkswirtschaftslehre der Mensch steht. Die daraus entstehende Komplexität der ökonomischen Beziehungen erfordert in Teilbereichen eine Darstellung auf theoretisch-abstraktem Niveau. Dies bedingt, dass die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit entwickeln, in Modellen zu denken, wodurch ihr Abstraktionsvermögen gefordert und gefördert wird. Sie sollen akzeptieren, dass diese Modellbetrachtungen an Prämissen gebunden sein müssen und können hieraus die begrenzte Aussagekraft ökonomischer Modelle ableiten.

Die Notwendigkeit, sich für die Beurteilung eines volkswirtschaftlichen Tatbestandes die erforderlichen Informationen zu beschaffen und anzueignen, wird die Schülerinnen und Schüler an Quellenarbeit und das Literaturstudium heranführen. Bedingt durch die Vielfältigkeit der Publikationen sollen sie einsehen, dass es nötig ist, aus unterschiedlichen Darstel­lungsvarianten von Sachverhalten Schlüsse zu ziehen und Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen.

Im Rahmen von Konjunkturanalysen soll den Schülerinnen und Schülern deutlich werden, dass Wirtschaftswachstum zur Bewältigung der sozialen und gesellschaftlichen Probleme beiträgt. Dabei muss das Bewusstsein geweckt werden, dass neben der Förderung quantitativen Wachstums als Voraussetzung für mehr Lebensqualität der Bevölkerung eine qualita­tive Lenkung des Wachstums erforderlich ist, um sowohl die begrenzten Rohstoffvorräte als auch die Umwelt zu schonen. Bei der Auseinandersetzung mit den Zielkonflikten zwischen Ökologie und Ökonomie sollen die Schülerinnen und Schüler die Chancen des Einsatzes neuerer umweltschonender Technologien erkennen.

Im Zuge der zunehmenden Internationalisierung der Wirtschaft soll den Schülerinnen und Schülern die enorme Bedeu­tung der außenwirtschaftlichen Verflechtung für den Wirtschaftsstandort Deutschland bewusst werden. Sie erhalten Einsicht in die Problematik der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung und in die Folgen des internationalen Kapitaltransfers. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen ihre Bereitschaft zu Offenheit gegenüber dem Ausland und den Ausländern fördern. Durch eine selbstständige und teambezogene, d. h. projektorientierte Auseinandersetzung mit volkswirtschaftli­chen Fragestellungen soll bei den Schülerinnen und Schülern die Kommunikationsfähigkeit, die Kreativität und die Entscheidungskompetenz verbessert werden.

Die Ausrichtung der Lehrtätigkeit auf das Ziel der Studierfähigkeit der Schülerinnen und Schüler erfordert, dass im Unterricht Verbindungen zu den anderen Fächern (v. a. Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen und Sozialkunde) hergestellt werden, mit der Absicht Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.

Lerngebiete:

  • Grundlagen der VWL
  • Wirtschaftskreislauf und volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
  • Wirtschaftsschwankungen
  • Geld und Währung
  • Internationale Wirtschaftsbeziehungen
  • Projekt

Leistungsnachweise:               

  • 1 Schulaufgabe pro Halbjahr;
  • mindestens 1 Kurzarbeit pro Halbjahr oder mindestens 3 Stegreifaufgaben im Schuljahr;
  • 1 mündliche Note pro Halbjahr;
  • ggf. ein Fachreferat

 

Im Fach Volkswirtschaftslehre in der 13. Jahrgangsstufe (laut Stundentafel 4 Std. in der Woche) lernen die Schülerinnen und Schüler anhand eines 2-Güter-Modells ökonomisch rationale Konsumentscheidungen des Haushalts darzustellen und zu begründen. Sie können Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zwischen der Haushaltsnachfrage und ihren Bestimmungsfaktoren aufzeigen, das Haushaltsoptimum ermitteln sowie unterschiedliche Elastizitäten berechnen und interpretieren.

Aufbauend auf ihren Kenntnissen aus der Theorie des Haushalts erkennen die Schülerinnen und Schüler die Zusammenhänge zwischen den produktionstechnischen Gegebenheiten, die in einer ertragsgesetzlichen bzw. in einer linear-limitationalen Produktionsfunktion zum Ausdruck kommen, und den daraus resultierenden Kosten- und Erfolgsverläufen einer Unternehmung. Sie unterscheiden kritische Kosten- und Leistungspunkte und gewinnen Einsicht in die Grundlagen kurz- und langfristiger unternehmerischer Dispositionen. Aus der Summe der individuellen Produktionsentscheidungen schließen sie auf Höhe und Preiselastizität des gesamtwirtschaftlichen Güterangebots.

Die Schülerinnen und Schüler können Märkte nach verschiedenen Kriterien unterscheiden und erkennen die Notwendigkeit eines funktionierenden Wettbewerbs. Sie erfahren und verstehen die Preisbildungsprozesse in unterschiedlichen Marktformen und beurteilen mögliche Verhaltensweisen der Marktteilnehmer. Ziele und Probleme staatlicher Einflussnahme auf die Preisbildung werden ihnen bewusst.

Das Verfolgen der aktuellen politischen Auseinandersetzung motiviert die Lernenden, die Möglichkeiten wirtschaftspolitischer Maßnahmen kennen zu lernen. Mit Hilfe bereits erlernter volkswirtschaftlicher Methoden werden Wirkungen, Risiken und Grenzen einzelner Maßnahmen im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft aus verschiedenen Politikbereichen untersucht. Dabei werden ihnen die Interdependenzen zwischen den einzelnen Feldern der Wirtschaftspolitik und die Schwierigkeiten der Kompromissfindung bei wirtschaftspolitischen Entscheidungen bewusst.

Lerngebiete:

  • Wirtschaftliche Entscheidungen des Haushalts
  • Wirtschaftliche Entscheidungen des Unternehmens
  • Markt- und Preistheorie
  • Wirtschaftspolitik

Leistungsnachweise:               

  • 1 Schulaufgabe pro Halbjahr;
  • mindestens 1 Kurzarbeit pro Halbjahr oder mindestens 3 Stegreifaufgaben im Schuljahr;
  • 1 mündliche Note pro Halbjahr